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Gibt es in Thailand auch ein Problem mit Gülle?
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Gibt es in Thailand auch ein Problem mit Gülle?
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Uwe



Anmeldungsdatum: 12.07.2011
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Beitrag Gibt es in Thailand auch ein Problem mit Gülle? Antworten mit Zitat
In Deutschland schon.
Aktuell wird der Preis (letzte Woche bekanntgegeben) im Bundesland Mecklenburg/Vorpommern (Rostock/Wismar…) für das Leitungswasser v e r d o p p e l t. Da rein offiziell bekanntermaßen das Grundwasser nun zu sehr belastet durch die Agrarwirtschaft mit versprühen von Gülle ist, und so aufwendigere Reinigungs-/Filterungsanlagen notwendig sind, um den Anspruch nach unbedenklichen Wasser in Trinkwasserqualität (natürlich mit exakter Einhaltung der Grenzwerte, also gerne auch das Erreichen der Grenzwerte in Kauf nehmen, nicht unbedingt darunter zu bleiben, oder gar komplett auf null zu kommen.) laut Gesetz nachzukommen.
Mich lässt das wundern. Der Mensch, darf nicht Urinal und „festen hinteren Abgang“ einfach in die Natur „einbringen“. Und das von Tieren geht in Ordnung? Ok,ok: Ich vergaß, ist doch grundehrlicher Kapitalismus in D.. Da ist der Mensch doch mehr Ware als Lebewesen, und Umwelt ist doch mehr als Wurscht.

Auszug aus EU Vertragsverletzungsverfahren/Mängelbericht: „Nitrat/Stickstoff im Grundwasser/Brunnen: Die höchsten Nitratkonzentrationen der EU werden in D. gemessen (Grenzwert 50mg/l). D. hat die niedrigste Dichte an Messstellen (zur Kontrolle), meldet keine oder unvollständige Daten und hat zahlreiche Ausnahmeregelungen.“
Quelle:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/haup....dung-vom-8-September-2015

ZDF frontal 08.09.15, 30:13min bis 41:10min

Wie sieht es in Thailand mit der Situation auf den Feldern/Grundwasserbelastung/Brunnen aus, was Nitrat/Stickstoff anbelangt?
Was machen die Bauern/Agra-Unternehmer mit der anfallenden Gülle?  
A.G.u.G.v. Uwe
09.09.2015 21:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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Beitrag (Kein Titel) Antworten mit Zitat
Thailändische Bauern sind im Vergleich zu Deutschen Bauern Amateure.Viehaltung wird völlig unprofessionel betrieben.Die Tiere meistens Kühe die keine Milch geben stehn des Nachts im Unterstand.Dort verbleibt auch der Kot und das Urin sickert in den Boden.Von Zeit zu Zeit wird der Kot mit einer Hacke zusammen gekrazt in Säcke gefüllt und verkauft oder aufs Reisfeld geschüttet.
Große Farmen die Dutzente oder mehr Tiere halten haben meißtens eine Anlage zur Gasgewinnung aus dem Tierkot.
Anders ist es mit den vielen Sicker und Klärgruben der Menschen hier.Dafür gibt es hier Leute die mit einem kleinen Tankwagen umherfahren und ihre Dienste anpreisen, bei Bedarf lässt man dann seine Klärgrube leerpumpem.Der gesamte Inhalt wird dann nach vorheriger Absprache mit den Bauern aufs Reisfeld gepumpt.
gruß  heinz
10.09.2015 09:34
Uwe



Anmeldungsdatum: 12.07.2011
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Beitrag Die Sache mit Gülle, Fütterung & Ernährung Antworten mit Zitat
Nun, Gülle an sich wäre vielleicht ja harmlos.
Aber in Deutschland verhält sich das etwas anders.
Kurze Vorgeschichte:
Wie bekannt, sind die Niederland eines der sichersten Länder die keine MRSA In Krankenhäusern aufweisen. Das erwartet man von den "weißen Herren" im Kittel ja auch, und die Berufsehre zählt da auch noch was und wird sehr ernst genommen.
Nun hatte ein Bambussprossen-Hersteller Probleme mit auftetenden MRSA Keimen.
Das konnte man natürlich nicht so belassen und ist der Sache auf den Grund gegangen.
Die Entstehung erfolgt bei der Fütterung mit enthaltenen Antibiotika in der Massentierhaltung. Die Ausscheidungen der Tiere werden als Gülle auf die Felder gebracht. Leider hat sich gezeigt, dass die Keime dann immer noch da sind. Und auf einigen Wegen kamen dann die Keime in das Gemüse der Niederländer.
Dann hat man ein großen Feldversuch gestartet, und vieles auf MRSA in Gemüse untersucht. Quote: bei 30/40% positiv.
Und die Niederlande weiß schon längst um den Umstand, der wahrscheinlich negativen Folgen und nicht Gutverheißendes der Gülle, und so exportiert NL die Gülle nach Deutschland. Und D. importiert gerne den Zugewinn an Dreck. Als ob es nicht schon genug wäre.  
Und was macht Deutschland: Immer mehr rauf und in die Erde damit.
Mediziner in D. sind aber auch schon stutzig geworden. Belastung von Gemüse in D.: ca. 40/50%.
Man solle doch lieber Gemüse blanchieren, dann ist man auf der sicheren Seite, heißt es als Vorschlag.
Heißt dass nun, ich muss auf Rohkost verzichten?
Und Aussage der Forscher: "Wenn es nicht gelingt, der Sache Herr zu werden, dann werden einige nicht mehr 80 Jahre alt werden, sondern 15 Jahre weniger zu leben haben."
Nun, das Grundwasser ist ja nun mittlerweile auch sehr mit Rückständen der Gülle verseucht. Weit mehr als in der Vergangenheit. Weil, die industrielle Massentierhaltung wird immer größer, denn sonst lohnt es sich nicht, und um den Wettbewerbsdruck auszuhalten. Und so fällt immer mehr Gülle an und das Grundwasser wird immer extremer belastet.
Und übrigens: Bei der Aufbereitung des Grundwassers in den Kläranlagen in D. wird der anfallende Klärschlamm auch auf die Felder eingebracht. Im Klärschlamm wiederum befinden sich, wie kann es anders sein, die MRSA Bakterien.
Und so schließt sich der Kreislauf der Unvernunft: "Der Mensch" macht sich selbst kaputt. So gilt es momentan für D.
(Gibt es eigentlich einen Nobelpreis für Versagen, Verantwortungslosigkeit und Unvernunft?)
Ich hoffe Thailand folgt nicht diesem Beispiel.
Ein Laden in D. verkauft ohne BIO-Label oder dergleichen. Aber: Eigene Ländereien ohne Gülle (natürlich auch ohne Pestizide/Chemie). Ringum liegende Ländereien werden aufgekauft, damit nicht der Nachbar unmittelbar angrenzend sein Unwesen treiben kann. Bestellung der Felder: 2 Jahre, dann 1 Jahr Pause. Hat natürlich seinen natürlich höheren Preis. Ist aber machbar.
Billig geht nur anders. Oder selbst.     
A.G.u.G.v. Uwe
27.11.2015 21:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fredl



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Beitrag Re: Die Sache mit Gülle, Fütterung & Ernährung Antworten mit Zitat
Uwe hat Folgendes geschrieben:

Ich hoffe Thailand folgt nicht diesem Beispiel.

Will nicht wissen, warum die Lebenserwartung in Thailand weit niedriger ist, als in DACH.
Abgesehen von den größeren Städten, sind die meisten Dörfer ohne Kanalisation. Und viele Dörfer, die scheinbar ihren Dreck durch die eingegrabenen Betonröhren am Straßenrand entsorgen, haben doch gar keine Kläranlage. Also auch nur Sein und Schein, der am Dorfrand endet.
Die meiste Gülle in der Tierhaltung fällt wohl eindeutig bei den Schweinen an. Was nicht direkt ins Feld dahinter lauft, wird in Senkgruben gespült. Ob es jetzt dort versickert oder gesammelt aufs Feld gespritzt wird, macht schlußendlich auch keinen Unterschied mehr.

Nein, ich glaube nicht, daß Thailand da weniger belastet ist. Ein Umdenken wenn überhaupt, wird noch Jahrzehnte brauchen...

Lg Fredl
28.11.2015 12:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
fredl



Anmeldungsdatum: 08.02.2013
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Beitrag gerade gefunden... Antworten mit Zitat
ein passender Artikel aktuell auf wochenblitz.com

BAngkok - Bis zu 38.000 Thais sterben pro Jahr, weil Bakterien gegen Antibiotika resistent geworden sind und Medikamente im Falle einer Infektion nicht mehr helfen. Gründe sind zu häufig verordnete Antibiotika und Medikamentenrückstände in Wasser und Nahrungsmitteln.

Die Leiterin des Forschungsteams, Niyada Kiatying-Angsulee, sagte, dass die hohe Sterblichkeitsrate besorgniserregend sei. Das Problem sei aber versteckt, weil als Todesursache normalerweise ein anderer Grund als Bakterienresistenz angegeben werde.

Sie sagte, die Chance für Bakterienresistenz, die letztendlich zum Tod führen kann, steige, wenn die Leute ständig direkt oder indirekt Antibiotika ausgesetzt seien.

„Mindestens 100 Menschen sterben pro Tag in Thailand an Bakterienresistenz“, sagte sie. „Man kann denken, dass es kein großes Problem ist, aber nur so lange niemand betroffen ist, den man kennt. Aber es sterben so viele Menschen wie an tödlichen Krankheiten wie Krebs.“

Niyada hatte im Rahmen ihrer Studie die Resistenzen in Thailand, Europa und Amerika untersucht. Insgesamt starben 77.000 Menschen an Bakterienresistenz. In Thailand waren es 38.000, während es in ganz Europa deutlich weniger waren: 25.000. Niyada gab zu, dass es nur wenige Daten gäbe, zumal in Thailand das Problem erst seit drei Jahren bekannt ist.

Laut Gesundheitsministerium starben im letzten Jahr 70.075 Thais an Krebs, was damit die häufigste Todesursache war. Gefolgt von Bluthochdruck und Schlaganfällen, 32.229, und Unfällen und Vergiftungen, 31.847.

Wenn man Niyadas Zahlen hier einfügt, dann würden Infektionen, die mit herkömmlichen Antibiotika wegen Bakterienresistenz nicht mehr behandelt werden können, die Todesursache Nummer zwei sein.

Niyada wies darauf hin, dass sich in Thailand der Unterschied zwischen Bakterien und Viren offenbar noch nicht einmal bei Ärzten herumgesprochen hat. „Wenn man zum Arzt geht und er Antibiotika verschreibt, dann hat man jedes Recht der Welt den Arzt zu fragen, ob die Krankheitssymptome durch Bakterien oder Viren ausgelöst wurden“, sagte Niyada. „Wenn es Bakterien sind, nehmen Sie die Pillen, wenn es ein Virus ist, dann nicht.“

Damit deutete sie an, dass in Thailand die Unart existiert, dass gegen Erkältungen oder Grippe Antibiotika verschrieben werden, obwohl es sich hier um eine Virusinfektion handelt.

Niyada machte aber nicht nur unfähige Ärzte, sondern auch die Viehwirtschaft für die Resistenzen verantwortlich. Zum einen würde Vieh mit Antibiotika behandelt, zum anderen würden Rückstände in Flüssen und Kanälen entsorgt, mit denen dann Felder bewässert werden. Ihrer Meinung nach müsse man gar kein Fleisch essen, um Bakterienresistenzen im Körper aufzubauen.


Lg Fredl
29.11.2015 21:04 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Uwe



Anmeldungsdatum: 12.07.2011
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Beitrag Re: gerade gefunden... Antworten mit Zitat
Vielen Dank fredl für diese Informationen.
Auszug:
„Man kann denken, dass es kein großes Problem ist, aber nur so lange niemand betroffen ist, den man kennt."
Und genau das ist doch der Punkt, wo ein jeder sagt: Wird so schlimm schon nicht sein, betrifft mich ja nicht, oder hab' ich in meinem Umfeld noch gar nicht bemerkt. Aber so ist der Mensch (einige) nun mal leider "gestrickt".
Auszug:
"Ihrer Meinung nach müsse man gar kein Fleisch essen, um Bakterienresistenzen im Körper aufzubauen."
Obacht eigentlich eventuell (eher als beim Fleisch?) auch beim Gemüse.

Hierzu ältere Hinweise vom Thema "arbeiten in Thailand" aus "Definition BIO" Seite 5:
Jack hat Folgendes geschrieben:
Viele Antibiotika werden durch die große Hitze, die beim Garen entwickelt wird, zerstört. Sie zerfallen und sind ohne jede Bedeutung. Es gibt aber auch Antibiotika, die thermostabiler sind und eine ganze Menge aushalten. Diese Antibiotika bleiben zum Teil erhalten, oder zumindest Fragmente davon. Was damit wirklich passiert, weiß kein Mensch. Das wäre auch wahnsinnig schwierig zu untersuchen. Man müsste die Antibiotika bestimmten Temperaturen aussetzen und dann schauen, was noch übrig bleibt und wie es im Menschen reagiert. Darüber wissen wir wirklich sehr wenig. Deswegen ist es gut, wenn wir so wenige Antibiotika wie möglich in der Nahrung haben. Man kann sich nicht zurücklehnen und sagen: Das wird alles zerkocht. Ich will es auch nicht dramatisieren, aber hier gibt es noch viel Forschungsbedarf.


Uwe hat Folgendes geschrieben:
Also mal zum Verabreichen von Antibiotika: In EU werden wohl die Zuchtfische nicht mehr mit Antibiotika "gefüttert", sondern geimpft. Wie das in der Praxis aussieht, und wie man sowas macht, kann ich mir gar nicht vorstellen. Aber so soll es sein. Der Hintergrund liegt auf der Hand. Sicherlich waren die Wirkstoffe nicht mehr aktiv, um beim "Endwirt" Mensch eine sterile, bakteriell, freie Darmflora zu hinterlassen, und eine "Abstinenz" gegen alle bakteriologischen Krankheiten bewirkt zu haben, nein, es ging da um chemische Rückstände, die ein gesunder (und ein Kranker narürlich auch) nicht braucht, um aus den Rückständen der Chemie (aus dem Antibiotika besteht) keinen, unter Umständen "unkalkulierbaren, unangenehmen Cocktail", "serviert" zu bekommen. Das Impfen soll so kein Risiko mehr darstellen (sagen die Forscher), um sich nicht den Appetit zu verderben.


Da wäre es zumindest angebracht, in der Fleischindustrie es der Fischzucht gleichzutun, und die Medikamente nicht unter's Futter zu mischen.
Achso, ich denke, dass in Thailand die Fische vielleicht noch gar nicht geimpft werden, sondern auch noch mit Zusatzfutter a la "all in one" versorgt werden.
Oder wie sieht da es nun aktuell aus?
A.G.u.G.v. Uwe
30.11.2015 17:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Allgeier



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Beitrag Re: Die Sache mit Gülle, Fütterung & Ernährung Antworten mit Zitat
Uwe hat Folgendes geschrieben:

Ein Laden in D. verkauft ohne BIO-Label oder dergleichen. Aber: Eigene Ländereien ohne Gülle (natürlich auch ohne Pestizide/Chemie). Ringum liegende Ländereien werden aufgekauft, damit nicht der Nachbar unmittelbar angrenzend sein Unwesen treiben kann. Bestellung der Felder: 2 Jahre, dann 1 Jahr Pause. Hat natürlich seinen natürlich höheren Preis. Ist aber machbar.
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A.G.u.G.v. Uwe


Ich meine bei Demeter ist Tierhaltung vorgeschrieben, bin mir aber nicht ganz sicher.
Was soll schlecht gegen Guelle sein? Wenn ich weiss wo sie herkommt dann ist nichts dabei auszusetzen. Von irgendetwas muessen die Pflanzen ja wachsen und die wachsen eben nicht ohne Duengung.

Ich sammele mein Abwaser aus dem Stall und pump es aufs Feld. Wuerde ich es versickern lassen dann habe ich das Gefuehl ich wuerde Bargeld im Boden versickern lassen. Es wird ja seinen Grund haben warum der Huehnermist bis aus Lopuri nach Roi Et gefahren wird.

Wenn ich in deutschen Landwirtschaftsforen lese dann streiten die eigentlich alle ab das viel Antibiotika in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Weil es zu teuer sei. Bin mir aber da nicht sicher wem ich da glauben kann.

Die Gefahr geht wohl mehr von dem ganzen Antibiotika aus das man beim Arzt verschrieben bekommt.
Wenn ich bei uns die Schublade auf mache dann kommen ganze Meter an Antibiotika heraus. Hald alles so Zeug was die Kinder bei so Kleinigkeiten wie Schnupfen oder Husten verschrieben bekommen.
Geben tue ich ihnen es nicht. Bloedsinn bei einem Husten Antibiotika zu verschreiben.

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Uwe



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Hallo Allgeier,
Demeter ist eine Öko-Philosophie, die von den Praktizierenden sehr ernst und sehr gewissenhaft beachtet und umgesetzt werden.
Also hier schon mal keine Gülle, sondern EM und selbst erzeugter organischer Dünger, wie hier auch schon erwähnt wurde.
Aber bei BIO/organic soll auch keine Gülle zum Einsatz kommen.
In einem Bericht über Tierhaltung von Hühnern befragten die Journalisten den BIO-Bauern, ob er Antibiotika einsetzt. Er druckste so ein bisschen rum, indem er antwortete, dass es ja nicht erlaubt sei. Also fragte der Journalist noch mal deutlicher, wie er mit Antibiotikum es handhabt. Die Aussage war dann, dass das gar nicht ginge, da, falls man Antibiotika nimmt, die Eier eine Woche lang nicht mehr verkauft werden dürfen, und das könne man sich gar nicht leisten.
. . .

So, kommen wir mal zur Gülle. Deutschland ist ja nicht nur Weltmeister im Fußball, sondern auch in der industriellen Massentierhaltung. Und da sind Antibiotika nicht nur eine Entscheidung des Einzelnen, sondern staatliche Pflicht, diese einzusetzen. Und so fällt in diesem Bereich eine Unmenge an Gülle mit Bestandteilen von Antibiotikum an (wie schon erwähnt, kommt die Brühe aus den Niederlanden noch hinzu).
Wenn die Gülle nicht "verseucht" wäre, und die Felder nicht gnadenlos mit Gülle "vollgepumpt" (passiert im wahrsten Sinne des Wortes) werden würden, dann wäre bestimmt auch nichts dagegen einzuwenden.
In der Sendung war noch mal der Hinweis, dass man bei den rohen Hühnern beim Handtieren aufpassen muss, dass das herumliegende Gemüse (und ähnliches) nicht unmittelbar in Berührung, mit dem aus konventioneller Haltung stammenden Tier, kommt, und auch dass man nicht mit den ungewaschene Hände an den Mund kommt, um nicht in Kontakt mit den MRSA-Keimen zu kommen.
Es heißt nicht, dass jedes konventionelle Fleisch "positiv" ist, es ist halt eine empfohlene Vorsichtsmaßnahme.
Beim abgepackten Schweinefleisch aus industrieller Massentierhaltung fand das Labor zum Beispiel keine MRSA-Keime.
Wie gesagt: Deutschland der "Weltmeister". Nun ist ja nicht alles Gold was glänzt. Und Thailand nimmt sich vielleicht kein Vorbild, mit dem massenhaften Einsatz von Antibiotika, somit wäre das mit der Gülle auch nicht weiter bedenklich.  
A.G.u.G.v. Uwe  wave1w5
23.12.2015 20:40 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Eric



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Ich denke, ihr liegt beide richtig.
Gülle wie sie in der konventionellen Lamdwirtschft anfällt und frei von Antibiotika ist ist sicher unbedenklich, wenn sie auf den Feldern und Iesen ausgebracht wird, jedoch nur so viel wie der Boden braucht und aufnehmen kann.
Überdüngend ist für das Grundwasser und die Flüsse problematisch.

Ich glaube Uwe, den Bericht über Gülle in Deutschland habe ich vor einigen Wochen auch gesehen.
Gülle ist regelrecht ein Wirtschaftsprodukt geworden. Die Großmäster erzeugen so viel Gülle, haben aber keine eigenen Äcker. Somit wird das Zeig in Riesen Silos gesammelt und per LKW quer durch Europa gefahren, wo es bei Bauern ohne Vieh seinen Abnehmer findet. Auch vom Grenzverkehr zwischen D und NL wurde berichtet.
Das die Gülle aus den Großmästereien unbelastet ist wage ich zu bezweifeln.

In der Massentierhaltung werden Antibiotika und andere wachstumsfördernde Stoffe eingesetzt, die in den Auscheidungen der Tiere zumindest in gewissen Dosen noch vorhanden sind.
Das ist in Thailand auch nicht anders. Auf den großen Hühnerfarmen, Großen Schweinezuchtbetrieben, in Fischzuchten und auf den Shrimpsfarmen kommen kommen Antibiotika zum Einsatz.
Ohne ist die Gefahr von Seuchen und Massensterben viel zu groß.
Ich war in TH selbst auf einer großen Hühnerfarm. Unglaublich wie die Tiere gehalten werden.

Das Beste ist in TH wohl einige Hühner selbst zu haben oder bei einem kleinen Farmer zu kaufen, wenn es denn geht. Die Tiere laufen meist frei, oder in entsprechenden Gehegen und Antibiotika kommen nicht zum Eisatz.
Auch Schweine kann man schon mal bei einem Kleinfarmer erwerben.

Kunstdünger kommt auf den Reisfeldern nätürlich zum Einsatz. Manchmal auch mehr als gut ist.
Nach dem Motto mehr wächst besser. Aber in der Regel denke ich nicht zu viel, da das Zeug ja teuer ist und den Berdienst der Farmer noch mehr schmälert.

Das Beste ist wohl wirklich eine Eigenversorgung.

Eric

_________________
Der Weg ist das Ziel
Wer später bremst kommt früher an noch_110km
24.12.2015 01:59 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Allgeier



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Uwe hat Folgendes geschrieben:
Hallo Allgeier,
Demeter ist eine Öko-Philosophie, die von den Praktizierenden sehr ernst und sehr gewissenhaft beachtet und umgesetzt werden.
Also hier schon mal keine Gülle, sondern EM und selbst erzeugter organischer Dünger, wie hier auch schon erwähnt wurde.
Aber bei BIO/organic soll auch keine Gülle zum Einsatz kommen.



Nur wo kommt der selbst erzeugte organische Duenger her?
Wenn du schreibst es soll bei BIO keine Guelle zum Einsatz kommen, dann vielleicht keine zugefahrene. Aber eigene bestimmt. Irgendwo muss der Mist ja hin.
Oder was stellst du dir unter Guelle vor? Vielleicht meinen wir etwas unterschiedliches?

Guelle ist fuer mich das fluessige das mit dem Guellefass aufs Feld gefahren wird.
Festmist ist hald das feste. Stroh, Gras und anderes Zeug was fest ist.

Wenn du dir Filme ueber die Permakultur anschaust da kommt auch immer ein Teil tierischer Mist in die Mischung.
Irgendwo muss das Abwasser aus dem Stall ja hin. Also pump ich auf Feld. Dort wird der Schlauch jeden Tag wo anderst hingelegt so das alle Tage es mal wo anderst nass wird.
Der Boden ist in meinen Augen so schlecht. Da mache ich mir heute noch keine Sorgen das irgendetwas ueberduengt ist.

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24.12.2015 13:38 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
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