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Jack



Anmeldungsdatum: 11.05.2008
Beiträge: 10548
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Wohnort: Umgebung Buriram

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Beitrag Zugestochen Antworten mit Zitat
Ein guter Bekannter hatte meine Wenigkeit telefonisch dazu aufgefordert, mich morgen früh mit ihm zu treffen.
Wie von ihm bekannt, machte er nicht viele Worte.
Kurz und bündig sprach er aus, was wir machen werden.
Sein Anliegen hörte sich nicht gerade alltäglich an und solcherlei Dinge hätte ich von ihm normalerweise nicht erwartet.
Ich musste ein wenig überlegen, ob ich dem, was mein Bekannter von mir verlangte, auch gewachsen war.
Erneut wollte er wissen, ob ich morgen dabei sei.
Nun, für einen guten Bekannte mache ich vieles, auch wenn es noch so absurd erscheint, also entschied ich mich zu seinem Gunsten und gab meine Zustimmung.
Abends packte ich meinen Koffer.
Neben den Kleidern und Toilettenutensilien legte ich auch die vermutlich benötigen Gegenstände hinein.
Zuerst ein langes und spitzes Küchenmesser, daneben einen indischen Dolch, dann noch einen kurzen Krummsäbel sowie einen spitzen Stahldorn.
Ob das reichen wird?

Am nächsten Morgen fuhr ich an den vom Bekannten genannten Bestimmungsort.
Ein kleines, verschlafenes Fischerdörfchen lag mir zu Füssen, als ich den Bus verliess.
Über mir lies ein blauer Himmel vermuten, wie schön das Wetter heute sein wird.
Ein Vogel sang ein Liebeslied und seine gefiederten Freunde stimmten mit ein und pfiffen um die Wette, wobei es mir verborgen blieb, ob sich auf diesen Gesang hin ein paar andersgeschlechtliche Vögel dazu gesellten.
Eine Ameise wollte beweisen, wie stark sie sich an meinem Bein verbeissen konnte, verlor den Kampf jedoch und bezahlte dies auch noch mit ihrem Leben.
Ein altes Fahrrad lag am Strassenrand und rostete still vor sich hin.
Ein paar Menschen unterhielten sich in der hier gewohnten Sprache, die ich leider immer noch nicht verstehe.
Es schien ein Tag wie jeder andere zu sein.

Etwas nervös und angespannt schaute ich mich um und entdeckte meinen Bekannten etwas weiter weg.
Mit einem Seil über der Schulter stand er breitbeinig im Schatten eines grossen Baumes und zog den Rauch einer Zigarette in seine Lunge, um ihn dann mit Druck in die Atmosphäre zu blasen.
Ob er an das Bevorstehend dachte?
Ob er innerlich auch so vibrierte wie ich?
So wie er es sagte, muss ich annehmen, dass er so etwas schon mehrmals gemacht hatte.
Die Kieselsteine knirschte unter meinen Schuhen, als ich mich, ein wenig nach vorne gebückt, in seine Richtung bewegte.
Dabei blickte ich nicht nur nach vorn sondern öfters nach links und rechts, manchmal auch zurück, immer nach einer eventuellen Gefahr Ausschau haltend.
Meine Nervosität steigerte sich mit jedem Schritt den ich machte, und es waren deren nicht wenige.
Aus den Augenwinkeln heraus achtete ich auf eventuelle Bewegungen.
Das Bellen eines Hundes liess mich kurz zusammenzucken.
Schweiss rann mir über das Gesicht und meine Augen begannen zu brennen.
Die Geräusche um mich verschwanden im Nichts und das Blickfeld verengte sich.
Kurz bevor ich bei ihm anlangte, drehte er sich um, erblickte mich und winkte mir zu.

Er begann sich gerade in meine Richtung zu begeben, als ich sie hinter ihm erblickte.
Sie war laut und unruhig und wirke etwas bedrohlich.
Sofort legte ich den Koffer auf den Boden, öffnete ihn und packte das Messer und den Stahldorn.
Ich umfasste diese so stark, dass die Knöchel weiss hervortraten.
Dann rannte ich, die Waffen in den erhobenen Händen, laut schreiend auf sie zu, um ohne Pardon auf sie einzustechen.
Wieder und wieder stach ich zu, mal mit dem Messer, mal mit dem Stahldorn, mal mit beiden zusammen.
Sie wich nach hinten aus, kam aber sofort wieder zurück.
Erneut stach ich mit all meiner Energie zu.
Sie war stark und gewandt.
Ich wurde umgerissen und sofort war sie über mir.
Das Atmen ging nicht mehr, aber irgendwie konnte ich mich wieder aus ihrer Umklammerung befreien, verlor dabei jedoch die Stichwaffen.
Zum Glück hatte ich noch weitere mitgenommen.
Hustend ging ich zum Koffer zurück.
Warum kam mir mein Bekannter nicht zu Hilfe?

Beinahe schon ausser Puste eilte ich mit Krummsäbel und Dolch erneut zu ihr, nur aus dem Grund, sie weiter zu malträtieren.
Ich drang auf sie ein.
Da sie sich mir immer aufs neue entgegenwarf, wurde ich mehrmals umgeworfen.
Mühsam rappelte ich mich immer wieder auf und setzte keuchend vor Anstrengung mein Werk fort, aber der Erfolg blieb aus.
Mehrmals traf sie mich mit voller Wucht und schleuderte mich nach hinten.
Ich kniete am Boden und versuchte, etwas Energie zu sammeln.
Zwischenzeitlich hatten sich einige Leute genähert und schauten mich betroffen an.
Dann kam mein Bekannter zu mir, zog mich wie einen nassen Sack hoch und fragte, was das soll, warum ich das mache.
Nun schaute ich in sein Gesicht, in dem ich grosses Erstaunen und Verwirrung erkennen konnte.
Unschlüssigkeit bereitete sich in mir aus.
Hatte ich ihn gestern am Telefon vielleicht falsch verstanden?

Spoiler: 
Aber er sagte doch, dass wir heute in See stechen wollten



_________________
so manch Problem ist des Tüftlers geistige Nahrung
24.07.2012 17:09 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
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